Nachhaltigkeitslexikon

Montag, 17. August 2020

B wie Baumwolle

Baumwolle ist noch heute die am meisten verwendete Faser für Textilien. Fast die Hälfte aller Textilien enthalten Baumwolle. Angebaut wird die Pflanze in über 80 Ländern der Welt. Baumwolle ist eine Naturfaser, das heisst, sie ist ein nachwachsender Rohstoff und biologisch abbaubar – also eigentlich nachhaltig.

Photo by Outi Mahonen on Unsplash

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Photo by Mateusz Waclawek on Unsplash

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Die Baumwollindustrie hat aber ihre Schattenseiten, zum Beispiel den teilweise unverhältnismässig hohen Wasserverbrauch, den grossflächigen Einsatz von Pestiziden oder die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen.

Bei RRREVOLVE findest du nur Kleidungsstücke aus Bio-Baumwolle

Die konventionelle Baumwollproduktion entspricht nicht unseren Nachhaltigkeitskriterien. Deshalb ist für uns klar: Wir verkaufen nur Baumwollkleidung mit Baumwolle aus Bio-Produktion. Eine Umstellung auf ökologische Anbaumethoden kann bei der Baumwollproduktion angesichts der riesigen Menge weltweit produzierter Baumwolle viel bewirken. 2018 ist die globale Bio-Baumwollproduktion um rund 10% gestiegen. Trotzdem liegt der Gesamtanteil an Bio-Baumwolle noch immer bei unter 1%. Dabei hat die Produktion von Bio-Baumwolle klare Vorteile.

1. Bio-Baumwolle braucht weniger Wasser

Für die Gewinnung von einem einzigen Kilogramm Baumwolle werden bis zu 29'000 Liter Wasser als benötigte Menge angegeben. Ein Kilogramm Baumwolle reicht ungefähr für ein T-Shirt. Das ist wahnsinnig viel Wasser für ein T-Shirt. Wie kann das sein? Baumwolle wird zum Teil in sehr trockenen Gebieten angebaut. Dort müssen die Baumwollfelder künstlich bewässert werden. Die Böden können das Wasser nicht immer gut aufnehmen. Das führt dazu, dass riesige Mengen Wasser verbraucht werden. Was allerdings auch beachtlich ist: In weniger trockenen Gebieten reichen die natürlichen Niederschläge zur Bewässerung der Baumwollpflanzen. 40% aller Baumwollanbaugebiete kommen ohne künstliche Bewässerung aus.

Auch der Anbau von Bio-Baumwolle braucht viel Wasser. Im Bio-Anbau wird der Boden aber mit einer wechselnden Fruchtfolge bepflanzt. Dadurch enthält er mehr organische Substanzen, ist nährstoffreicher und kann Wasser besser speichern. Auf Bio-Feldern wird ausserdem häufig Regenwasser für die Bewässerung verwendet.

In den letzten Jahren konnte der Wasserverbrauch deutlich reduziert werden. Natürlich gibt es noch Luft nach oben. Das Bewusstsein dafür ist vorhanden. Der WWF arbeitet zum Beispiel an einem wassersparenden Baumwollanbau. In trockenen Regionen werden Bewässerungssysteme so weiterentwickelt, dass viel Wasser gespart wird. Es gibt also konkrete Bemühungen, den Wasserverbrauch im Baumwollanbau weiter zu senken.

2. Keine gentechnisch veränderten Pflanzen im Bio-Anbau

Derzeit wachsen auf etwa zwei Dritteln der weltweiten Baumwoll-Anbaufläche genveränderte Sorten. Genmanipulierte Baumwollpflanzen sind resistent gegen bestimmte Schädlinge und widerstandsfähiger gegen gewisse Umweltbedingungen. Das klingt nach einem Vorteil. Ob die Verwendung genmanipulierter Baumwolle die Erträge tatsächlich steigert, ist aber umstritten.

Klar ist, dass die Nutzung genetisch veränderter Pflanzen mit Risiken verbunden ist: Die genetische Vielfalt der Pflanzen geht verloren, die Insekten bilden Resistenzen, die sich ausbreiten. Auch andere Tierarten, wie zum Beispiel Schmetterlinge oder Spinnen, geraten durch die genmanipulierten Pflanzen in Gefahr. Die Farmer sind abhängig von den Saatgut- und Pestizidherstellern. Genmanipulierte Pflanzen produzieren keine Samen. Das heisst, die Bauern müssen für jede Anbauperiode wieder neues, teures Saatgut kaufen.  

Im Bio-Anbau sind gentechnisch veränderte Pflanzen verboten. Die Pflanzen im Bio-Anbau produzieren Samen, die wieder für den Anbau verwendet werden können. Allerdings ist es in vielen Ländern für die Bauern schwierig geworden, überhaupt an nicht-genmanipuliertes Saatgut zu kommen. Dieser Mangel gilt als eines der grössten Hindernisse: Wenn es kein Bio-Saatgut gibt, kann auch der Anteil an Bio-Baumwolle nicht weiter erhöht werden.

3. Bio-Baumwolle braucht keine Pestizide

Der Baumwollanbau ist für 10 bis 20% des weltweiten Pestizideinsatzes verantwortlich (die Zahlen variieren stark, je nach Quelle). Pro Saison wird Baumwolle durchschnittlich 20 Mal mit Pestiziden besprüht. Der hohe Pestizideinsatz gefährdet die Biodiversität, vergiftet die Böden und schadet den Menschen, die damit in Kontakt kommen. Auch in fertigen Kleidungsstücken lassen sich noch Pestizidrückstände finden.

Dass im konventionellen Anbau so viel Pflanzenschutzmittel eingesetzt wird, liegt zumindest teilweise an den dort üblichen Monokulturen. Sie begünstigen die Ausbreitung von Schädlingen. Die Schädlinge bilden Resistenzen gegen das in den gentechnisch veränderten Pflanzen natürlicherweise vorkommende Gift und breiten sich dann umso rasanter aus. Der Boden ist ausserdem weniger nährstoffreich. Deshalb muss dem Boden chemischer Kunstdünger zugesetzt werden.

Im Bio-Anbau sind chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel verboten. Die Bauern bekämpfen Schädlinge mit traditionellen Methoden. So schützen sie die Umwelt und die eigene Gesundheit. In der Bio-Landwirtschaft werden auf den Feldern wechselnde Kulturpflanzen angebaut. Das hält die Zahl der Schädlinge geringer. Zwischen die Baumwollpflanzen und rund um die Felder werden Pflanzen gesetzt, die für die Schädlinge noch attraktiver sind. Sie stürzen sich also weniger auf die Baumwollpflanzen. Ohne Pestizide überleben ausserdem auch die natürlichen Feinde der Schädlinge, wie zum Beispiel die Schmetterlinge oder die Spinnen. Sie helfen bei der Schädlingsbekämpfung.

4. Bio-Baumwolle kommt oft von Kleinbauern

Baumwolle wird weltweit in rund 80 Ländern angebaut. In 18 Ländern wird Bio-Baumwolle angebaut (Stand 2017). Die grössten Produzenten sind Indien, China, die USA, Brasilien und die Länder Subsahara-Afrikas.

Insgesamt sind Millionen von Menschen direkt oder indirekt von der Baumwollindustrie abhängig. In vielen Entwicklungsländern gehört Baumwolle zur wichtigsten Einnahmequelle. Wie nachhaltig die Pflanze angebaut wird, welche Preise und Löhne bezahlt werden – all das hat unmittelbare Auswirkungen auf das Leben der Menschen in den Anbauländern. Etwa 75% der Baumwoll-Produzent*innen sind Kleinbetriebe. Sie bewirtschaften wenige Hektaren Land. Ihre Erträge reichen meist nicht aus, um sich und ihre Familien zu ernähren.

Im Bio-Baumwollanbau kommen die Landwirtschaftbetreibenden mit weniger giftigen Mitteln in Berührung. In der Regel sind die Preise und Löhne fairer. Das garantieren zumindest die anerkannten Labels. So unterstützt der Anbau von Bio-Baumwolle auch kleinbäuerliche Strukturen. Und die Landwirt*innen bleiben unabhängig von grossen Saatgut- und Pestizidkonzernen.

So erkennst du Kleidungsstücke aus Bio-Baumwolle

Wie erkennst du, ob ein Kleidungsstück aus Bio-Baumwolle hergestellt wurde? Und wie kannst du dir sicher sein, dass es sich nicht um einen Fall von Greenwashing handelt? Am besten orientierst du dich an verlässlichen Siegeln. Ein aussagekräftiges Siegel für Bio-Baumwolle ist zum Beispiel das weltweit verbreitete und anerkannte GOTS-Siegel. GOTS steht für Global Organic Textile Standard. Die Bezeichnung «kbA» steht für «kontrolliert biologischer Anbau» und ist ebenfalls vertrauenswürdig. Viele nachhaltige Kleidermarken gehören ausserdem einem Verband an, zum Beispiel der Fair Wear Foundation oder dem Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVF) an. Wenn du bei RRREVOLVE einkaufst, musst du nicht viel überlegen, wir nehmen dir das ab. Du kannst dir sicher sein: Bei uns findest du nur Baumwollkleidung aus Bio-Baumwolle.