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Donnerstag, März 12, 2020

«Coffee to Go» geht auch nachhaltig!

Der «Coffee to Go» ist innerhalb der letzten Jahre zum Symbol für einen modernen Lebensstil geworden. Wir sind mobil, mondän und digital. Besonders nachhaltig ist dieser Lebensstil leider nicht. Die Anzahl Einwegbecher, die wir täglich verwenden, ist deutlich gestiegen. Was gibt es für Alternativen? Und: Sind tatsächlich alle so nachhaltig, wie sie tun?

Zum Verbrauch von «To-Go-Bechern» kursieren wilde Zahlen. Für die Schweiz gibt es keine gültige, landesweite Erhebung. Eine Untersuchung des deutschen Umweltbundesamts von 2019 ergibt für «Take Away»-Heissgetränke eine Gesamtmenge von etwa 1,1 – 1,2 Mrd. Bechern. Das ist so viel, dass man sich darunter gar nichts mehr vorstellen kann. Wir zoomen deshalb etwas heran, auf den Hauptbahnhof in Zürich: Dort wandern täglich 40'000 Getränke in Einwegbechern über die Ladentheken. Die meisten Einwegbecher sind heute aus Karton, theoretisch ein abbaubares oder recycelbares Material. Wo liegt also das Problem?


Die Bäume sind schon gefällt


Einerseits beim Ressourcenverbrauch: Die Herstellung einer solchen Menge Becher braucht sehr viel Material. Und auch wenn man die Becher vollständig recyceln könnte, wären zum Beispiel die Bäume, die man für die Herstellung braucht, schon gefällt. Hinzu kommen die Energie, die für die Herstellung aufgewendet wird und die Schadstoffe, die in die Umwelt gelangen. Das alles lässt sich durch Recycling nicht kompensieren.


Andererseits müssen wir uns ansehen, welche Einwegbecher tatsächlich recycelbar sind. Einwegbecher aus Plastik, meist aus Polystyrol, sind nicht recycelbar. Aber auch bei den Kartonbechern sieht es nicht viel rosiger aus. Die meisten Kartonbecher sind mit einer Kunststoffbeschichtung überzogen und deshalb nicht recycelbar. Am besten entsorgt man sie im normalen Abfall. Alternativ gibt es Kartonbecher mit einer natürlichen Beschichtung. Die sind zwar recycelbar, müssen aber separat entsorgt werden. Diese Möglichkeit steht oft nicht zur Verfügung. Die Becher landen also auch im normalen Abfall. Was man allerdings sagen muss: Solange sie im Kübel landen und nicht am Boden, ist schon viel gewonnen.


einwegbecher-im-abfall


Mehrwegbecher als nachhaltige Alternative


Es gibt eindeutig schlimmere Umweltsünden, als sich ab und zu einen Kaffee im Einwegbecher zu holen. Wer das gerne öfter macht, sollte sich aber unbedingt seinen persönlichen Mehrwegbecher zulegen. Schon ab 25 Wiederverwendungen haben Mehrwegbecher einen positiven Effekt auf die Umwelt. Wenn man dann noch mit Ökostrom abwäscht, sogar schon ab 10 Mal. Und ab 50 Wiederverwendungen fällt die Belastung durch Herstellung und Wiederverwendung gar nicht mehr ins Gewicht. In der Umweltbilanz sehen wir dann nur noch die Reinigung des Bechers.


Aber auch bei den Mehrwegbechern gibt es verschiedene Varianten. Welche davon ist die nachhaltigste? Dieser Frage ging eine Untersuchung im Auftrag von KeepCup nach. KeepCup ist der australische Pionier der nachhaltigen Mehrwegbecher. Das Unternehmen stellt seit über 10 Jahren schöne, wiederverwendbare Kaffeebecher her. Der Klassiker von KeepCup ist der Kaffeebecher aus Glas mit Korkband und Plastikdeckel.

  • Mehrwegbecher aus Glas

    «KeepCups» aus Glas haben einen höheren CO2-Fussabdruck und Energieverbrauch als solche aus Polypropylen. Die Glasherstellung ist energieintensiv. Das Glas ist aber sehr robust und hitzeresistent. Die energieeffizientere Herstellung lässt sich also gut mit einer hohen Wiederverwendungszahl neutralisieren.

  • Mehrwegbecher aus Polypropylen

    Über die ökologischen Auswirkungen von Polypropylen wissen wir heute noch fast nichts. Die Auswirkungen auf die Natur sind schwer nachvollziehbar. In der Herstellung ist das Material sehr ressourcenschonend. Es ist langlebig und vollständig recycelbar. Gesundheitlich ist es unbedenklich, da es keine Weichmacher enthält. Auch die Deckel der KeepCups sind aus BPA-/BPS-freiem Polypropylen.

  • Mehrwegbecher aus Edelstahl

    Es gibt noch keine Studien zu Mehrwegbechern aus Edelstahl. Edelstahl ist zwar energieintensiv in der Herstellung, dafür sehr langlebig und zu 100% recyclebar. Am besten benützt man den Becher einfach sein Leben lang. Edelstahl eignet sich auch als Material für Thermobecher.

  • Mehrwegbecher aus Porzellan

    Die Umweltauswirkungen von Porzellanbechern neutralisieren sich erst nach über 1000 Nutzungen. Der Wasserverbrauch bei der Herstellung ist sehr hoch. Porzellan ist ausserdem nicht extra robust, es wäre also durchaus möglich, dass so ein Mehrwegbecher gar nicht mehr als 1000 Nutzungen übersteht.


Es tauchen laufend Mehrwegbecher aus neuartigen Materialien auf, wie zum Beispiel Reishülsen oder Kaffeesatz. Ganz allgemein kann man sagen, dass es meist gar nicht so sehr ins Gewicht fällt, aus welchem Material ein Mehrwegbecher hergestellt wird. Für alle Mehrwegbecher gilt: Je öfter du sie verwendest, desto nachhaltiger. Wichtig ist vor allem auch, dass der Becher keine Schadstoffe enthält. Das ist leider nicht immer selbstverständlich.


Für Becher wird Bambus zu einem Pulver zerkleinert


Der Schwindel mit den Bambusbechern


Auch in diesem Segment gibt es Hersteller, die es mit der Nachhaltigkeit nicht so genau nehmen. Bambus wird seit einiger Zeit als Wunderpflanze gehandelt. Er braucht kaum Wasser, wächst sehr schnell und ist ergiebig. Deshalb wird er gern als Rohstoff verwendet, unter anderem für Mehrwegbecher. Ein Test der Stiftung Warentest hat ergeben, dass Bambusbecher sogar schädlich sein können. Fast alle getesteten Bambusbecher weisen Mängel auf. Der Grund: Aus Bambus allein kann man keinen Becher machen. Bambus wird zur Verarbeitung zerkleinert, so dass ein Pulver entsteht. Um es in Form zu bringen und zu halten, braucht es Klebstoff. In allen 12 getesteten Bechern wurde Melaminharz gefunden, ein Kunststoff aus Formaldehyd und Melamin. Diese Stoffe können sich bei höheren Temperaturen aus dem Material lösen. Getestet wurde mit Kaffee bei 70 Grad Celsius. In 4 von 12 Bechern fand Stiftung Warentest bereits nach der dritten Füllung sehr hohe Melaningehalte, in 3 weiteren nach der siebten Befüllung. Auch Formaldehyd trat in teilweise hohen Mengen auf. Das ist nicht unbedenklich. Melanin steht im Verdacht, Blasen- und Nierenerkrankungen zu verursachen. Formaldehyd kann Haut, Atemwege und Augen reizen.


Bambusbecher werden gern als biologisch abbaubar, natürlich und recycelbar angepriesen. Mit den enthaltenen Schadstoffen sind sie weder abbaubar noch recycelbar. Man kann in diesem Fall auch nicht von Bambus als natürlichem Rohstoff sprechen. Die Becher hätten nicht verkauft werden dürfen. Stiftung Warentest rät: «Lassen Sie die Finger von Bambusbechern.» Die beste Alternative sind Mehrwegbecher aus anderen Materialien, wie Glas oder Edelstahl. Kindergeschirr aus Bambus ist übrigens weniger problematisch. Die Kombination aus hohen Temperaturen und Säure sind bei Kindern nicht üblich. Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr gering, dass sich Schadstoffe aus dem Material lösen.


In kleinen Schritten zu einem nachhaltigen Lebensstil


Vielleicht können wir mit Mehrwegbechern nicht die Welt retten. Wie immer, wenn es um den Schutz der Natur und des Klimas geht, ist es komplizierter als das. Wir finden aber, Mehrwegbecher sind eine gute Möglichkeit, eine weitere Gewohnheit in Richtung Nachhaltigkeit zu verändern. Wir haben uns an schnellen Konsum gewöhnt. Verhaltensweisen, die wir uns abgewöhnen wollen, müssen wir uns erst bewusst machen. Ein Mehrwegbecher, an dem du Freude hast, bringt einen Stein ins Rollen. Du machst dir eine Handlung bewusst, die vielleicht gar nicht mal so sinnvoll ist. Das ist der Beginn einer Veränderung. Und das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Darauf kommt es doch schliesslich an.


Wir von RRREVOLVE haben uns für Mehrwegbecher von KeepCup entschieden. Weil sie wirklich nachhaltig produziert werden, sehr hochwertig sind und sich einfach gut anfühlen, wenn man sie in der Hand hält und daraus trinkt. Für uns ist der KeepCup das perfekte Accessoire für einen nachhaltigen Lebensstil.


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