Wider den Wahnsinn

Diese Woche werden wir wieder einen schwarzen Tag erleben – geplant und mit voller Absicht. Wieso machen eigentlich immer noch so viele Händler beim Black Friday und anderen Rabattschlachten mit?

27.11.2024

Zum Ende der Sommer- oder Wintersaison unverkaufte Ware zu rabattieren, macht Sinn – auch wir kommen nicht darum herum. Restgrössen saisonaler Ware einzulagern, bindet Kapital und lässt sich später meist nicht mehr zum Vollpreis verkaufen. Doch was ist der Sinn hinter Rabattaktionen wie Black Friday, Cyber Monday und Co.?

Der Black Friday stammt ursprünglich aus den USA und markiert dort den Tag nach Thanksgiving. Traditionell gilt er als Startschuss für das Weihnachtsgeschäft – eine Zeit, in der der Handel ohnehin die höchsten Umsätze des Jahres verbucht. Studien zeigen jedoch: Die Black-Friday-Aktionen führen nicht zu Mehrumsatz, sondern verschieben die Umsätze lediglich auf die Wochen davor und danach. Zusätzlich schmälern sie die Margen der Händler. Die Lösung: Mehr Ware verkaufen. Das Ergebnis? Weniger Gewinn für den Handel, mehr unnötiger Konsum und Müll für die Welt. Eine Rechnung, die weder für Unternehmen noch für die Gesellschaft aufgeht. Warum also machen so viele Händler trotzdem mit?

Für manche mag es eine Möglichkeit sein, Überbestände abzubauen oder Neukunden zu gewinnen. Doch viele scheinen vor allem Angst zu haben, auszusteigen, während die Konkurrenz weiter auf Rabatte setzt. Dieses „Mitmachen-Müssen“ ist ein Teufelskreis, der ganze Branchen bedroht. Bei Consumer Electronics etwa liegen die Händlermargen durch ständige Rabattschlachten nur noch bei 3–7 %. Das zwingt kleinere Händler in die Knie und treibt die Konsumspirale weiter an: Kunden kaufen immer schneller neue Geräte, weil die Preise künstlich niedrig gehalten werden.

Wir stellen uns bewusst gegen diesen Teufelskreis. Rabattschlachten und Überkonsum widersprechen unseren Werten. Heute wie auch in Zukunft machen wir einen weiten Bogen um Black Friday und andere schwarze Tage – im Sinne unserer Umwelt und einer nachhaltigeren Welt.

Sebastian Lanz, Geschäftsführer RRREVOLVE