Fair Fashion Outfit of the Month mit Leila Surkovic

Klare Kante, viel Herzblut und absolute Authentizität

Leila mag es echt, unperfekt und tiefgründig – in ihren Songs, auf der Bühne und bei ihren Outfits. Für die Schweizer Musikerin ist Mode Ausdruck von Freiraum, Identität und Wohlbefinden. Ein Einblick in ihre Welt zwischen Tonstudio, Berner Quartier-Erinnerungen und der Suche nach dem perfekten Hosen-Schnitt.

18.09.2026

Bewusster Konsum und die Liebe zum Unperfekten 

Wir treffen Leila in unserem Concept Store «Second Life & Basics» in der Berner Lorraine, ein Ort voller Kindheitserinnerungen. Gepflegte Einheitskleidung und schnelle Trends lassen sie kalt; sie sucht das Charismatische mit Ecken und Kanten. «Es ist heute extrem easy, ohne Aufwand exzessiv zu konsumieren. Fast Fashion ist spottbillig – ich verstehe, dass Kids das nutzen. Für mich ist es aber unersetzlich, Kleidung im Laden anzufassen. Ein Foto verrät nie, wie ein Stoff fällt oder ob er dir wirklich steht.» 

Ihre Secondhand-Liebe erwachte mit sechzehn in Brighton. Auch wenn es als grosse Frau im Brockenhaus manchmal etwas weniger Auswahl gibt, schätzt sie das Bewusstsein dahinter. Als Veganerin zieht sich diese Achtsamkeit durch ihr gesamtes Leben. In unserem Store kombiniert sie mühelos ein cooles Oversized-Hemd mit einer Hose aus einer vergangenen Saison – entspannt, stimmig, echt.

Musik als Freiraum und Ventil

Auf der Bühne sucht Leila keine Selbstdarstellung, sondern echte Verbindung. Ihre Konzerte sind Auszeiten vom Alltag. «Probleme und Weltschmerz sollen für einen Moment verfliegen. Genau das muss Musik leisten. Wenn das Publikum diesen Raum mit mir teilt, fühle ich mich vollkommen frei.» Auch inhaltlich verweigert sie starre Konzepte: Ihr Debütalbum spiegelt die ganze Palette des Lebens – von aufmüpfig bis melancholisch. Einmal veröffentlicht, gehört die Musik den Zuhörenden.

Von Stadttauben und der Schönheit des Unangepassten 

Das zentrale Symbol ihres Albums ist die Stadttaube – ein oft unterschätztes Tier, dem Leila tiefen Respekt entgegenbringt: «Wir haben Tauben als Nutztiere domestiziert. Als wir sie nicht mehr brauchten, haben wir sie entwertet. Dabei wollten sie nie in der Stadt leben. Für mich stehen sie dafür, Hoffnung auszustrahlen, selbst wenn man sich nicht zu Hause fühlt.» Diese Haltung prägt auch ihren Umgang mit Etiketten. Ob Binationalität oder Queerness: Begriffe bieten Orientierung, doch Leila verweigert starre Schubladen. Identität bleibt bei ihr im Fluss.

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Baggy-Cuts und historische Lieblingsstücke

Leilas Stil ist entspannt und oversized – lange bevor der Trend im Mainstream ankam. «Frauenhosen sind mir oft zu kurz, Männerhosen an den Hüften zu schmal. Wenn ich Passendes finde, ist das ein Highlight. Kombiniert mit einem Hemd fühle ich mich rundum wohl.» Wie sehr sie Stücke schätzt, zeigt ein uraltes Kinder-T-Shirt mit Froschmotiv vom Berner Bundesplatz: Längst hauchdünn und mit offenen Nähten, trägt sie es bis heute voller Stolz.

Leilas Fair Fashion & Lifestyle Favoriten

  • Wertschätzung
    Lieblingsstücke tragen, bis sie zerfallen – flicken statt entsorgen.

  • Haptik vor Ort
    Passform und Stoffgefühl direkt im Laden testen statt online bestellen.

  • Geduld
    Brockenhäuser gezielt durchforsten, auch wenn spezielle Grössen Zeit brauchen.

  • Kuration
    Nach gefilterten, nachhaltigen Shops Ausschau halten.


Leilas Botschaft steht: Mode und Musik müssen nicht makellos sein, um zu berühren.
Es zählt, sich treu zu bleiben und Dingen Zeit zu geben.

Wir danken Leila für das wertvolle Gespräch und wünschen viel Erfolg mit ihrem Debütalbum «20 SOMETHING IS A F*CKING STRANGE PLACE» (Release: 18. September 2026) sowie der anstehenden Tour durch die Schweiz, Österreich und Deutschland. Reinhören lohnt sich! 🖤